Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 18.12.2024 |
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Tagesordnungspunkt: | 5.1.2. Sprecher*in (offen) |
Antragsteller*in: | Emelie Segler (KV Bochum) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 17.12.2024, 18:41 |
A3: Emelie Segler
Selbstvorstellung
Liebe Grüne Jugend Bochum,
Als für viele langjährige Weggefährt*innen die Grüne Jugend plötzlich nicht mehr der Ort für politische Wirksamkeit war, habe ich auch ich innegehalten und mich gefragt, ob ich in diesen Verband noch den größten Teil meiner freien Zeit investieren möchte. Die Beweggründe zu gehen sind nachvollziehbar, die Schlussfolgerung ist es meiner Meinung nach aber nicht: in 4000 Mitgliedern in NRW liegt unsere Stärke für Bündnisse mit und neben der grünen Partei. Politische Veränderung erkämpfen wir so vor Ort!
Menschlichkeit statt Abschottung
Kein Thema hat mich im letzten Jahr so bewegt wie die GEAS-Reform. Die Partei konnte sich im letzten Jahr nicht dazu durchringen, sich weiteren Verschärfungen im Asylrecht entgegenzustellen, unter anderem weil Robert Habeck mit dem Bruch der Koalition drohte. Ein Jahr später wissen wir, dass der durch unsere Partei getragene Rechtsruck die Koalition zwar nicht gerettet hat, dafür das Leben vieler Menschen an den Außengrenzen der EU aufs Äußerste bedroht.
Auch im Inland tragen die Grünen fleißig dazu bei, dass Diskriminierung gegen Geflüchtete nicht nur nicht bekämpft, sondern politisch befördert wird. Die Einführung der Bezahlkarte ist Symbol für das Maß an Rassismus, was als gesellschaftlich tragbar oder gar notwendig erachtet wird. Dass es sich bei der Bezahlkarte um eine Idee der AfD handelte, möchte man gar nicht mehr wissen, sondern steigt lieber munter in den Überbietungswettbewerb der Menschenverachtung ein. Und auch die Tatsache, dass das Vorhaben verfassungsrechtlich bedenklich ist, die Kommunen zusätzlich belastet und ein „Testlauf“ für andere Leistungsbezieher*innen sein könnte, scheinen bei Entscheidungsträger*innen in Bund und Ländern auf geschlossene Ohren zu stoßen.
Daher ist es wichtig, dass wir als Grüne Jugend wieder stärker in den Konflikt mit der Partei gehen, wenn dies notwendig ist. Denn für uns ist klar: wir lassen uns nicht von rechten Scheindebatten treiben, sondern fordern die notwendige solidarische Migrationspolitik konsequent ein.
Geschlechtsspezifische Gewalt bekämpfen
Zurecht wird Gisele Pélicot gerade im Internet zur Person Of The Year erklärt. Die Französin, die von ihrem Ehemann und unzähligen weiteren Männern bewusstlos wiederholt missbraucht wurde, hat den Prozess gegen die Täter öffentlich gemacht. Denn sie wusste,
was so gut wie jede Frau weiß: geschlechtsspezifische Gewalt durch Personen im engsten Bekanntenkreis ist mehr Regel als Ausnahme und trotzdem werden Betroffene in ihren Erfahrungen isoliert und stigmatisiert. „Die Scham muss die Seiten wechseln“ ist daher ein Aufruf zur Befreiung von patriarchalen Narrativen.
Wo Macht ist, ist auch Machtmissbrauch - darum setzen wir uns in der Grünen Jugend für einen Abbau von Machtstrukturen ein. Das gelingt beispielsweise durch eine gleichberechtigte Arbeitsteilung, denn ungleiche Machtverhältnisse in Partnerschaften steigern das Risiko für häusliche Gewalt laut einer österreichischen Studie deutlich. Der Ausbau der Schutzplätze für Frauen und Kinder ist ebenso unerlässlich wie die stete Finanzierung von Beratungsstellen und Betreuungsstrukturen.
Mehr Sicherheit vor Gewalt bedeutet dabei aber nicht, dass Sicherheitsbehörden mit mehr Befugnissen ausgestattet werden. Wir wenden uns gegen die Instrumentalisierung von Sicherheitsbedürfnissen: Die Bedrohung ist strukturell und geht nicht von Mitgliedern bestimmter Gruppen aus, wie durch die Verknüpfung von Sicherheit und Migration & Flucht häufig suggeriert wird.
Gemeinsam laut für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte
Damit die Grüne Jugend Ort der politischen Wirksamkeit sein kann, braucht es mehr als ein geteiltes Werteverständnis. Hier kommen junge Menschen mit unterschiedlichen Backgrounds, Themenschwerpunkten und Zielsetzungen zusammen. Unseren Mitgliedern soll es möglich sein, sich handlungsfähig und -mächtig zu fühlen. Auch wenn die Grüne Partei manchmal Zweifel säht: die Grüne Jugend muss für die Bestätigung sorgen, dass wir hier am richtigen Ort für politisches Handeln sind.
Ich freue mich sehr, wenn ihr mir das Vertrauen schenkt, im nächsten Vorstand als Sprecherin zu wirken.
Emelie
Über Mich
Ich bin 23 Jahre alt, wohne in Bochum und studiere Soziale Arbeit an der EVH. Freie Zeit verbringe ich gern damit, das Haus mit Girly Pop zu beschallen oder Kaffee trinken zu gehen.
Politisches
Antira-Team ab 2024
KV-Vorstand GJ Minden-Lübbecke 2021-2024
Mitglied seit 2020
Wahlkreisbüro eines Landtagsabgeordneten 2022-vsl. 2027
KV-Vorstand Minden-Lübbecke 2022-2024
Delegierte für Parteigremien wie LDK/BDK/LPR/Bezirksrat seit 2020
Im Stadtrat seit 2020 (Jugendpolitik/Gleichstellung)
Mitglied seit 2020
Kontakt
Telegram @emsmi
Instagram @emma.sglr
- Alter:
- 23
- Geburtsort:
- Köln